Bodenrichtwerte in Eisingen

Heute wurden auf der Internetseite der Gemeinde Eisingen die Bodenrichtwerte für Grundstücke veröffentlicht.

Ich begrüße es sehr, wenn Daten von allgemeinem Interesse veröffentlicht werden, aber in diesem Fall konnte ich leider mit den Informationen nicht viel anfangen.

Aber der Reihe nach: Nach einem Blick in das Dokument hatte ich schon den Verdacht, dass ein Bodenrichtwert etwas mit dem Wert von Grundstücken zu tun hat. Ein Blick in die Wikipedia bestätigte dies.

Zitat:

Der Bodenrichtwert ist im deutschen Städtebaurecht ein durchschnittlicher Lagewert, ermittelt aus den Kaufpreisen von Grundstücken unter Berücksichtigung ihres Entwicklungszustandes.

Bodenrichtwerte werden im Rahmen der Wertermittlung von Immobilien hilfsweise herangezogen, um den Bodenwert zu bestimmen, wenn er sich nicht im Vergleichswertverfahren aus Kaufpreisen ermitteln lässt. Grundlage dafür sind die amtlichen Kaufpreissammlungen, die von den bundesweit existierenden Gutachterausschüssen für Grundstückswerte geführt werden.

Nachdem das nun geklärt war versuchte ich aus der Tabelle schlau zu werden. Dieser Gutachterausschuss hatte es aber versäumt eine Legende für die Abkürzungen mitzuliefern.

Also forschte ich als nächstes nach was das für ein Ausschuss ist. Ich fand entsprechende Informationen auf den Seiten des Landratsamtes Würzburg.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat demnach folgende Aufgaben:

Der Gutachterausschuss erstellt auf Antrag Gutachten über den Verkehrswert von unbebauten und bebauten Grundstücken sowie über den Wert von Rechten an Grundstücken (z.B. Wohnungs-/Nießbrauchsrechte, Wegerecht, Leitungsrecht usw.).

Der Gutachterausschuss ermittelt weiter in zweijährigem Turnus (zum Ende eines Jahres mit gerader Jahreszahl) durchschnittliche Bodenrichtwerte für baureifes Land, Rohbauland und Bauerwartungsland für alle Städte und Gemeinden einschließlich ihrer Stadt- und Ortsteile im Landkreis Würzburg.

Damit wusste ich dann schon einmal wer hier was gemacht hatte. Nur die Bedeutung der Abkürzungen kannte ich noch immer nicht. Da ich aber zum Glück eine Internet-Suchmaschine verantwortungsvoll bedienen kann, habe ich dies getan und die Informationen und Definitionen die ich dabei fand hier zusammen getragen.

Vielleicht helfen Sie Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ja auch ein bisschen das Dokument aus dem Landratsamt zu verstehen.

GFZ: Geschossflächenzahl
Die Geschoßflächenzahl oder auch GFZ stellt ein Verhältnis zwischen der Anzahl der Geschoßflächen eines zu errichtenden Gebäudes und der Größe des Grundstückes dar, auf dem das Gebäude errichtet werden soll. Die Geschoßfläche wird nach den Außenmaßen der Geschosse berechnet. Beträgt die Geschoßflächenzahl 1,2 , können auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück 1200 Quadratmeter Geschoßfläche gebaut werden. Die Geschoßflächenzahl schwankt zwischen 0,4 (Kleinsiedlungsgebiet) und 3,0 (Kerngebiet).
Quelle: http://www.immobilien-wissen.de/baurecht/geschosflaechenzahl/

GRZ: Grundflächenzahl
Die Grundflächenzahl oder GRZ ist ein Baunutzmaß, das in keinem Bebauungsplan fehlen darf. Die GRZ gibt die Quadratmeterzahl der zulässigen Bebauung eines Grundstückes an. Bei einer GRZ von beispielsweise 0,4 dürfen von einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück 400 Quadratmeter bebaut werden.
Quelle: http://www.immobilien-wissen.de/baurecht/grundflaechenzahl-baugrenze/

BMZ: Baumassenzahl
Durch die Baumassenzahl wird die Begrenzung der Baumasse im Verhältnis zur Grundstücksgröße ausgedrückt. Die Maßeinheit der Baumassenzahl erfolgt in Quadratmetern. Die Baumassenzahl ist als Festsetzungsmaß nur in Gewerbegebieten, Industriegebieten und allen anderen Sondergebieten zu gebrauchen. Vor einigen Jahren wurde die BMZ in Gewerbegebieten noch nicht benutzt, stattdessen wurde die GFZ oder Geschoßflächenzahl verwendet, weshalb noch in vielen Gewerbebebauungsplänen keine Baumassenzahl vorhanden ist.
Quelle: http://www.immobilien-wissen.de/baurecht/baumassenzahl/

Rohbauland
Rohbauland ist … eine Fläche, die nach den bauplanungsrechtlichen Bestimmungen … für eine bauliche Nutzung bestimmt sind, deren Erschließung aber noch nicht gesichert ist oder die nach Lage, Form und Größe für eine bauliche Nutzung noch unzureichend gestaltet sind.
Quelle: http://www.matthias-kirchner.de/Immobilienbewertung-Lexikon/r_lexikon_content/rohbauland.html

Bauerwartungsland
Bauerwartungsland sind Flächen, die sich nach ihrer Eigenschaft, ihrer sonstigen Beschaffenheit und ihrer Lage eine bauliche Nutzung in absehbarer Zeit tatsächlich erwarten lassen.
Quelle: http://www.matthias-kirchner.de/Immobilienbewertung-Lexikon/b_lexikon_content/bauerwartungsland.html

erschließungsbeitragsfrei
Mit den Abkürzungen „ebf“ (erschließungsbeitragsfrei) und „ebp“ (erschließungsbeitragspflichtig) kennzeichnet man bei der Angabe eines Bodenwertes, ob dieser die Erschließungsbeiträge enthält oder nicht.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Erschlie%C3%9Fungsbeitrag#Kennzeichnungen_ebf_.2F_ebp

 

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