Die Kita

Wie sich inzwischen herumgesprochen haben Eltern ab dem 01.08.2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte (Kita). Naja – nicht die Eltern, sondern deren Kind im Alter von 1 – 2 Jahre (vorher besteht kein Anspruch und danach ist im Normalfall Kindergarten angesagt).

Eisingen hat auch eine Kita mit einer Gruppe. In dieser Gruppe sind 12 Kinder. Das ist auch das Maximum, denn eine solche Gruppe darf laut Gesetz nur 12 Kinder haben. Es sind Ausnahmen mit bis zu 14 Kindern erlaubt. Das allerdings nur zeitlich begrenzt und begründet. Diese Kita ist im Kindergarten untergebracht. Bezahlt wurden die Räumlichkeiten (also der damals notwendige Umbau) von der Gemeinde. Aus zu Beginn veranschlagten 300000 – 400000 Euro waren damals im Laufe der Arbeiten 600000 – 700000 Euro geworden (dabei ist keine energetische Sanierung der Räumlichkeiten inbegriffen). Nun kann man sich schon über die 300000 – 400000 Euro ausreichend wundern, immerhin bauen manchen Menschen dafür ein ganzes Haus und wohnen dann ein Leben lang darin, aber die 600000 – 700000 Euro bringen einen dann schon dazu mal tief Luft zu holen. Ich persönlich wundere mich an dieser Stelle auch darüber, dass das verantwortliche Architekturbüro die Kosten nicht besser im Griff hatte. Ich denke mir bei sowas immer: „Das sollten doch Profis sein. Warum geht das dann trotzdem so daneben?“ Aber vielleicht liege ich da ja falsch.

Wie auch immer: Aufgrund der Tatsache, dass diese erste Gruppe bald voll war und der Rechtsanspruches wie ein Damoklesschwert über unserer (und auch vielen anderen) Gemeinde schwebt, hat sich unser Gemeinderat im November letzten Jahres dazu entschlossen ein zweite Gruppe einzurichten. Dies geschah damals obwohl der Träger noch gar keinen so hohen Bedarf an die Gemeinde gemeldet hatte. Schlussendlich entschied man sich jedoch dafür nicht das alte Rathaus dafür umzubauen bzw. abzureißen und neu zu bauen), sondern im Kindergarten einen weiteren Umbau vorzunehmen. Hierzu müsste aber eine Kindergartengruppe geschlossen werden. Die Kosten sollten 300000 – 400000 Euro betragen. Kommt bekannt vor, oder? Liegt ja vielleicht daran, dass es der gleiche Architekt ist. Aber das ist nur Spekulation.

Das ganze wurde beschlossen, in die Wege geleitet und ging voran. Dachte zumindest der Gemeinderat. Bis der Bürgermeisterin dann im April vom Träger und Architekten eröffnet wurde, dass die Arbeiten im November 2013 beginnen sollten. Etwa zur gleichen Zeit überraschte der Träger die Gemeinde mit der erfreulichen Nachricht, dass inzwischen schon 12 Kinder auf der Warteliste für die neue Gruppe stehen.

Daraufhin wurde der Architekt zu einer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses eingeladen um zu erklären woher denn die Verzögerung käme. Dieser erschien auch und verkündete, er könne keine Verzögerung erkennen. Schließlich war nach dem Beschluss Anfang November ja erst mal Weihnachten und das Weiterleiten und bearbeiten eines Schriftstücks im März/April durch ihn und die Kirchenverwaltung dauerte ja auch nur vier Wochen. Darauf angesprochen warum es aber nun nicht zeitnah losgeht sondern erst im November erklärte er, dass es eben so lange dauert bis „alle unter einen Hut gebracht sind“. Nachdem der Gemeinderat sich das alles anhören durfte, wurde er auch noch Zeuge einer, vorsichtig ausgedrückt, Zeitdehnung. Auf die Frage bis wann denn nun mit der Fertigstellung der neuen Kitagruppe zu rechnen ist, kam vom Architekten die Antwort: „Ein halbes Jahr nach Baubeginn, also im Juni nächstes Jahr“.  Meiner Rechnung nach ist der sechste Monat nach November der Mai und nicht der Juni.

Wenn ich nun die ganzen Zeiten, die in den Aussagen des Architekten enthalten waren, addiere, dann komme ich auf satte elf Monate. Also elf Monate in denen sich gar nichts tut. Für mich ist das etwas ganz anderes als die genannte „keine Verzögerung“.

Am Ende der Ausführungen hatte ich daher mit Protesten der Gemeinderäte gerechnet. Und insbesondere natürlich mit kritischen Nachfragen von denjenigen, die sich im Baugewerbe auskennen. Aber ich wurde überrascht. Keiner sagte oder fragte etwas.

Heute Abend in der Gemeinderatssitzung geht es zu dem Thema auch weiter. Man darf gespannt sein.

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